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BERICHT: Velothon Berlin

Wappen_RC_Siegburg_kleinZum Velothon nach Berlin wollte ich eigentlich gar nicht.

Aber unser Teamchef (Anm. der Red.: Norbert fährt für das Team Corratec Multipower Active) hatte mich gebeten, da unser Hauptsponsor MultipowerActive für das Rennen auch einer der Sponsoren ist - und schließlich ists nicht weit von mir weg, ich wohne ja im Ostern Berlins: in Strausberg, der grünen Stadt am grünen See, wie es heißt.

Zum Start gerollt, schon wieder ein Reifen kaputt: Ich hatte Pannenmilch überall, es hat aus einem Schlitz im Reifen (wohl noch vom Sturz beim Charlottenburger Kriterium letzten Montag) nur so gespritzt. Schnell zurück, im Auto anderes Laufrad drauf, nun komplett mit dem 90€-Trainingslaufradsatz wieder zum Start und schön hinten reingestellt.

Aus Block B gestartet, zackzack vorn reingefahren und die Pasculli-Fahrer haben uns mit einem zügigen 47er Schnitt an die A-Gruppe gebracht. Wer teilt eigentlich diese Gruppen ein?! Durch das Feld gewuselt und als wir alle grad vorn angekommen waren (Mike Vomfell, Daniel Knyss, Gunnar Weisheit - und Thomas Kapuste war schon da), seh ich Jörn Reuß vom Team Ferox Bikekult vorn rausfahren. Nix verschnaufen, gleich rangesprungen am Anstieg und erstmal versucht, etwas Distanz zum Feld zu bekommen. Da ging es mir gar nicht so gut... Und grad als es am schlimmsten war, sprangen zwei weitere Fahrer nach - und nach und nach waren wir dann 10 Fahrer: 4 Ferox, 3 Corratec, 2 Pasculli, 2 Roadbike und ein Unbekannter.. glaub ich zumindest.

So langsam pendete es sich ein, ruhig fuhren wir auf und davon. Ich versuchte immer, das Tempo hoch zu halten, und vielleicht mit Tempoverschärfungen den schwächeren Mitgliedern der Gruppe etwas weh zu tun - und Stärke zu zeigen :-)

Auf dem Flugplatz Tempelhof (etwa km90, ein wahres Geschenk Satans) attackierte Reuß und Jörg Ludewig (Team Alpecin/Roadbike), und dann waren es nur noch 5: Diese zwei, Daniel, ich, und ein Pasculli-Fahrer. Gleich noch eine weitere Attacke von Ludewig, und dann warens nur noch 4. Nach gegenseitigem Belauern, Antritten und Löchern ging es auf die nicht enden wollende Zielgerade. Daniel war auf aussichtsreicher Position 4, davor Reuse und Ludewig, und davor ich mit den Augen quer. Ich versuchte mit den letzten verbleibenden Körnern, und das waren nicht mehr viele, das Tempo etwas hoch zu halten, um Daniel einen guten Sprint aus dieser guten Position ermöglichen zu können - und das klappte. Daniel gewann den Sprint, ich wurde 4. - und da der mehrfachre TdF-Teilnehmer Ludewig außer Wertung fuhr, war ich 3.

Alles in allem: Die Ferox-Fahrer sind fiese Typen, die immer für einen Ausriß gut sind, aber das war ja bekannt. Mit Euch macht das Fahren wirklich Spaß!

Zum Schluss noch Kritik: Preise waren ultramies, vor allem bei insgesamt 13 oder 14.000 Startern, auch die Streckenabsicherung war schlecht: Falsch geleitet, keine Flaschen, Ansagen über Abstände zum Hauptfeld viel zu selten... das darf nicht passieren.

ABER: Auf der Bühne haben wir für die gewonnene Teamwertung einen Kasten Bier bekommen. Flaschen auf, Gruppenknuddeln, Flasche auf, Gruppenknuddeln, Wurst, Flasche auf... und dann mußte ich noch etwas in Berlin bleiben, weil der Pegel wieder sinken mußte fürs Autofahren.

Was für ein Tag, ich bin wieder zurückgekehrt aus dem Land der Gurken :-)