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BERICHT: Rad am Ring 2010

Die Herausforderung schlecht hin – 24h Einzelstarter Rad am Ring 21./22.08.2010

Alle Vorbereitung für den Tag der Tage – die 24h Rad am Ring in der grünen Hölle.

5 Marathons, 2 mal über 250 km mit über 33 km/h im Schnitt, neues Rad, 6kg weniger Eigengewicht und 7.000 km in den Beinen, Wettervorhersage genau die relevanten Tage sonnig - die grüne Hölle kann kommen.

Besonders motivierend: Diesmal mit Betreuung durch meine Frau, meine Tochter und Ihre Freundin die mich auf Ihre Art motivierten und verpflegten.

Das persönliche Ziel: Eine Runde mehr als 2009, also 20 Runden.

Durch die neue Streckenführung ist die Runde länger geworden mit ein paar zusätzlichen Höhenmetern, d.h. eine Runde mit verlängertem Stück auf der GP-Strecke, durchs Fahrerlager und die Boxengasse nunmehr ca. 26 km mit 550 Höhenmetern. Damit bedeuten die 20 Runden über 500km und ca. 11.000 Höhenmeter, also mal eben gut 50 km mehr und nicht nur eine Runde.

Am Samstag konnte ich gegen 10.00 Uhr auf meine Parzelle, Zelt aufbauen, beide Räder herrichten und ein wenig locker fahren.

Start

Bei schönstem Sonnenschein stieg die Nervosität und war schon 30 Minuten vor Start in meinem Startblock.

Mit am Start waren ca. 6.000 Teilnehmer, davon ca. 1.500 die die Jedermann Rennen bestritten. Darunter auch Norbert Seewald (150km) und zwei Väter unserer Kids auf der 75er.

Ca. 4.000 Teilnehmer bei den 24h, davon ca. 400 Mitstreiter als Einzelstarter auf der Straße.

Die Vereinskollegen O. Lammerich, J. Frydel, A. Wagner und die Arbeitskollegen W. Bär, S. Janowczyk sowie M. Weiss waren in 8er Teams mit dem MTB mit M. Müller für Team Radon dabei.

Dann endlich um 13:15 Uhr der Countdown. Start – natürlich – vorne mit den 2er und 4er Teams. Ich wollte zwar den Fehler des Vorjahres nicht wiederholen und von Anfang an „mein Tempo“ fahren, aber im Rennfieber sind die guten Vorsätze halt schnell weg.

Die 1. Abfahrt lief in der Gruppe gut, und auch die Fuchsröhre das 1. Mal richtig Tempo mit dem neuen Rad, in der Gruppe, mit dem Gedanken des Sturzes an der Stelle vor ein paar Jahren mit Tempo 90 – alles kein Problem und mal eben 99 km/h auf der Uhr. Das war dann auch die schnellste Abfahrt womit ich wieder nicht über die 100 km/h gekommen bin – muß wohl noch mal da runter…

Die erste Runde war dann auch in 43 Minuten rum, die 2. in 50 Minuten und die 3. dann in 54 Minuten. Das Ganze bei der Hitze und wieder das Problem: Wie genügend Flüssigkeit und Mineralien nachführen?

Tiefpunkt

Es kam was kommen musste – nach der 4. Runde war der erste Tiefpunkt da. Die Beine leer, der Rücken schmerzte und wie in Gottes Namen so jetzt noch 16 Runden? Als mich dann die Jedermänner überrundeten – mir also mal eben 1h abgenommen hatten- wollte ich schon aufgeben. Zu allem Übel hatte ich noch das falsche Getränk in der Flasche, so das sich der Magen wehrte. Zum Glück konnte ich mich mit Rundenzeiten um 1h wieder erholen, das Magnesium wirkte, die Hitze ging, damit auch die Schmerzen im Rücken und nach einer kleinen Erleichterung auch das Problem mit dem Magen gelöst.

So ging es dann in die Nacht. Im Vergleich zu mancher Flutlichtanlagen mit Doppelscheinwerfer am Lenker und einer Lampe am Helm war ich mit meiner kleinen Lampe auf Sparflamme im Blindflug unterwegs. Das war so aber auch recht spannend und hat sich die Strecke nach den ganzen Teilnahmen im Jedermannrennen, im 4er Team und vom letzen Jahr schon quasi eingebrannt – kenne ich jede Kurve im Schlaf.

Halbzeit

10 Runden gegen 23:00 Uhr erreicht und Möglichkeit auf 24 Rd – Gedanke alleine das fahren zu müssen Horror – nochmal mehr als einen Ultra – sicher nicht! 20 Rd Ziel muß reichen.

Gegen Halbzeit der Veranstaltung habe ich dann einen Mitternachtssnack, kalte Nudeln, zu mir genommen, war in der 11. Runde und hatte mit dem späteren Sieger ein kurzes Gespräch die hohe Acht hoch. Da war er nur eine Runde vor!

Rd 19 geschafft, Ziel 20Rd vor Augen – o.K. 21. wird noch gehen – Zeit für 23 könnte passen, aber nicht noch mal die hohe Acht hoch. Ich hatte aufgeschnappt das der Führende in der 21igsten Runde sei – erschien mir abwegig hier um den Sieg mitfahren zu können, oder zu wollen.

Kurze Pause nach Rd 21, auf zur Letzten, 55 Minuten vor Ende Sperrung noch mal auf den Ring mit dem Ziel möglichst knapp vor Ende über Zielstrich zu fahren, damit gleiche Platzierung aber nicht noch eine Runde.

Die 22. Runde lief wieder gut, die Beine waren „frisch“ und so kam es das ich 2 Minuten vor Ende auf der Zielgerade fuhr. Die Ehre ließ es nicht zu die Zeit vor dem Ziel zu warten – also noch mal raus.

Am Ziel

Nach 24h und 30 Minuten kam dann endlich die letzte Zieldurchfahrt – natürlich im Spurt mit über 40 km/h über den Zielstrich.

Am Ende hatte ich dann 600km auf dem Tacho, bin alle Runden die hohe Acht hoch gefahren, dank der Übersetzung 34/50-11/25 auch fast immer im Sitzen, ohne einen Ansatz von Krämpfen. Die Rundenzeiten waren fast konstant bei 1h, der Schnitt bei 25.6 km/h, also ca. 23h auf dem Rad – kein Schlaf, kein einziges mal an der Verpflegungsstelle hohe Acht angehalten.

Obwohl ich ca. 15l, Wasser und Isostonische Getränke, 3l Cola und Mix, 6x 200 ml Flüssignahrung (3 sind eine Tagesration) sowie 6 Tabletten Magnesium 400 (wovon eine den Tagesbedarf deckt), 6 Beutel Gel , etwas Brot, ein Powerbar Riegel, zwei Bananen und Nudeln zu mir genommen habe, hatte ich noch 4kg weniger auf der Waage.

Wichtige Erkenntnis: Ein Mix aus Banane, Flüssignahrung, Wasser und Cola innerhalb einer Pause verträgt sich nicht. Das war schon ein Kampf das das alles drin bleibt...

Beim Zusammenpacken bekam ich dann die Info der Platzierung von meinen Eltern.

3. Platz Altersklasse Masters 1(40-50 Jahre), 9. Gesamt - also schnell Auto einräumen, Siegerehrung um 15.00 Uhr nicht verpassen. Um 16:00 Uhr hat man dann mit Gesamtwertung begonnen, die Altersklassen kamen danach, so das dann gegen 17:00 Uhr auch mal ich auf das Podest durfte. Oh Wunder- ich bin bis dahin nicht eingeschlafen.

Die MTB kamen dann nach kurzer Pause und kaum noch Publikum.

A-Team RADON mit O. Lammerich, A. Wagner vom RV, M. Müller und Arbeitskollege S. Janowczyk mit 71 Runden 2. Gesamtwertung und 1. der Alterklasse Masters 1.

Der Tag Danach

Beine fühlen sich an als wenn nichts gewesen wäre, dafür klar das die Schmerzen im Rücken nach der 4. Runde nicht wirklich weg wahren. Nacken verspannt und eine kleine Schwellung am Hintern – hat wohl doch der Einsatz gescheuert…

Auch wenn ich es am Sonntag als total abwegig ansah – ich bin schon wieder eine kleine Runde Rad gefahren – aktive Erholung mit Frau und Hund.

Neue Ziele gesucht!

Wer hat Bock mit mir im Team auf Sieg zu fahren oder RAW / RAAM 2011?