Drucken
PDF

BERICHT: RAR 2011 - 24h als Einzelstarter

Rainer Forster als Einzelstarter beim 24h-Rennen "Rad am Ring 2011"Es ist geschafft. Das war der dritte und wohl letzte Start als Einzelfahrer bei 24h Rad am Ring.

Das Wetter super, die Vorbereitung gut, die Strecke und die Stimmung nicht zu toppen – man soll aufhören wenn's am schönsten ist.

Die Vorbereitung

10.000 km in den Beinen, 10 Radmarathons und/oder Trainingseinheiten über 200km und das 1. Highlight der Saison – der Radmarathon Bern-Bodensee-Bern in der Schweiz mit 720km, 5.000 Hm, nonstop in 27h und als Lohn die Qualifikation als Einzelstarter bei dem Race across America.

Leider waren beim Training zu wenige Berge drin – zumindest so der Eindruck nach dem 10. mal die Hohe Acht hoch. Sicher aber das die 5 überschüssigen Kilo unnötige Ballast waren und ich mit jeder Runde „leichter" wurde - am Ende 4kg weniger auf der Waage, trotz 12l Nachschub an Flüssigkeiten aller Art, darunter 3l Cola.

Das Rennen

Bei strahlendem Sonnenschein erfolgte der Start der fast 5.000 Radfahrer planmäßig ab 13:00 Uhr.

Alleine 1.400 Teilnehmer bei dem 24h Marathon, als Einzel, 2er, 4er oder 8er Mannschaft, bildete eine beeindruckende Kulisse. Wie die Jahre zuvor hat mich das Rennflair gepackt, bin mit der Meute los und die erste Runde wieder unter 45 Minuten gefahren. Aber auch ich lerne dazu und habe am Berg sofort einen Gang runter geschaltet.

Anders als 2010 diesmal kein Tief in der 4. Runde, oder wie 2009 mit drohenden Krämpfen ab Runde 6, war diesmal das Tief in der Nacht. Das war der Zeitpunkt als klar wurde das die 24 Runden wohl nicht klappen werden da die Rundenzeiten auf über 1h angestiegen und ich nichts mehr essen konnte. Das Magnesium, Isostonische Getränk oder einfach die Menge an Flüssigkeit die ich bei sonnigen 30°C am Tag nachführen musste hat mein Magen nicht verkraftet und blieb nur Leitungswasser übrig. Etwas später blieb dann auch Cola drin – damit bin ich quasi 10h nur mit Zucker und Koffein unterwegs gewesen – die letzten 6 Runden waren das 0,75l Wasser + 0,5l Cola je Runde (die empfohlene Tagesmenge also innerhalb einer Stunde).

Die Rekord-Teilnehmerzahl war in der Nacht deutlich erkennbar. Bei meiner 1. Teilnahme in 2004 im 4er Team war man nachts quasi allein unterwegs und traf nur ab und zu jemanden. Sah man in 2009 und 2010 nachts noch eine Perlenkette von Rückleuchten, so hätte ich dieses Jahr kein eigenes Licht gebraucht und sind selbst in den Morgenstunden noch größere Gruppen unterwegs gewesen.

Leider hat es morgens leicht genieselt und folgten die ersten Stürze. Später fing es an zu regnen und hatten doch erschreckend viele Teilnehmer nichts aus den Morgenstunden gelernt und sind weiter volles Risiko gefahren. Ich habe mich für den sicheren Weg entschieden und bin übervorsichtig gefahren.

Die 3. letzte Runde hat mich der Vereinskollege Holger begleitet, die vorletzte Runde Sebastian – dabei wurde klar wie viel langsamer ich unterwegs bin und wo der Sieger die fast unvorstellbaren Rundenzeiten her haben musste.

Das Ergebnis

Keines der persönlichen Ziele habe ich erreicht und dennoch war es ein erfolgreiches, interessantes, die eigenen Grenzen auslotendes Erlebnis. Dank des Trainings ohne bleibende Schäden, d.h. kein Krampf, keine Gelenkschmerzen und der Rücken nur verspannt – selbst der Sitzbereich ist dank des „eingefahrenen Sattels" i.O.

Das eigentliche Ziel war eine Runde mehr zu fahren als 2009, also 24 Runden. Der Kurs wurde im Fahrerlager erneut geändert und damit um ca. 1km länger. Damit sind die 23 Runden über 600km und mehr als 12.500 Hm gewesen.

Insgeheim hatte ich mit der einen Runde mehr auch eine bessere Platzierung (auf dem Treppchen) erhofft.

Gesamt 5. Platz ist die mehr als erfreuliche Verbesserung von Platz 10 in 2010 geworden, doch mit meinen 41 Jahren erfolgte der „Aufstieg" zu den alten Herren – das sind die mit der Ausdauer – und sind sowohl der Sieger mit 27 Runden als auch der Zweite mit 26 Runden in meiner Alterklasse für mich unerreichbar. So blieb es bei dem 3. Platz in meiner Alterklasse.

Auch mal die 100km/h in der Fuchsröhre auf dem Tacho zu haben muß ich mit 99,86 als max speed etwas aufrunden, bzw. ist der Einstellung mit 2133 mm je Umdrehung geschuldet.

Für nächstes Jahr werde ich mir neue Herausforderungen suchen oder auch gerne meine Erfahrungen anderen Interessierten zur Verfügung stellen.