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Jugendarbeit im Rennsport

Der RV Siegburg kann auf eine lange, erfolgreiche Radrennsportgeschichte zurückblicken, die immer wieder besonders durch ihre ausgezeichnete Jugendarbeit Aufsehen erregte und Talente förderte.

Durch einen Rückgang des Interesses am Radrennsport in Siegburg und dem Weggang des Trainers konnte hier zu lange Zeit dem Nachwuchs keine Plattform geboten werden und Jugendliche mussten an den Blitz Spich, oder den Sturmvogel Bonn verweisen.

Seit 2011 haben wir mit Oliver Hovenbitzer und Jörg Baumgarten zwei Übungsleiter, die sich mit gültigem Übungsleiterschein dem Nachwuchs widmen und hoffen mit Ihrer Unterstützung gemeinsam der Jugend Spaß am Radrennsport zu vermitteln - und dopingfreie, zielstrebige und erfolgreiche Radrennfahrer zu etablieren.

Bis zum Alter von 8 Jahren sollten Sie im privaten Bereich durch gemeinsame Spazierfahrten und allgemeines Motorik-Training mit Spaß an der Bewegung Ihr Kind begleiten. Die Zeiten von „Bambirennen", in dem bereits 5-Jährige aktiven Rennsport betrieben, sind vorbei. Hier hat der BDR durch die Erkenntnisse von Sporthochschulen und Trainern ein gesundes Verhältnis zum Sport entwickelt.

Das optimale Einstiegsalter für den Radrennsport liegt zwischen 8 und 13 Jahren und ist bis 16 Jahre bei entsprechender Fitness problemlos möglich. Mit 18 Jahren ist man auch im Radrennsport der Jugend entwachsen, kann man natürlich auch bis ins hohe Alter noch Radrennsport beginnen und betreiben.

Die Jugendklassen wurden früher in Schüler - Jugend - Junioren eingeteilt, international neu geregelt in U11-U13-U15-U17-U19. U steht für unter und meint alle die im jeweiligen Jahr unter 13 Jahre alt sind, also alle 11- und 12- Jährigen. Betrachtet werden die Jahrgänge. In der Klasse U11 dürfen auch jüngere Teilnehmer starten, begrenzen wir das auf min. 8 Jahre. Jungs und Mädchen werden unterschieden, gibt es aber bis U19 meist nur gemeinsame Rennen mit gemeinsamer Wertung.

Die Jahres-Radzeit ist begrenzt und allgemeine Grundfitness mit Abstechern in die Bereiche Radtourenfahren (RTF), Gelände (MTB oder Querfeldein/Cross), Bahn (Radrennbahn) sowie Laufen und Gymnastik angesagt. Die besonderen Trainingsmaßnahmen werden im Einzelnen vorher abgestimmt.

Das Training ist auf 2 bis 3 Einheiten pro Woche mit jeweils max. 2 Stunden, entsprechend max. 50km auf asphaltierter Straße, begrenzt, um Muskeln und Gelenke nicht zu überfordern, das Wachstum nicht zu hemmen, Spätschäden vorzubeugen. Die Osterferien bieten sich mit intensiviertem Radtraining zur Vorbereitung der Straßensaison an. 10 - 15 Radrennen im Umkreis von 80km in den Monaten April bis September sind üblich. Besonders für die Einsteiger muss nicht sofort mit Lizenz gestartet werden sondern sind 1. Schritt und „Fette Reifen" zu bevorzugen.

Die Betreuung der 11- bis 18- Jährigen übernimmt Oliver und Jörg. Regelmäßiges Training, möglichst 3 bis 5 Einheiten pro Woche mit bis zu 4 h, entsprechend 100km auf asphaltierter Straße, sind zum Aufbau von Kondition, Muskeln und Sitzfleisch nötig. Ein Trainingslager wird vom Verein nicht angeboten, ist Februar und März hierfür optimal, sind aber auch noch die Osterferien geeignet. In der Straßensaison (März bis Oktober) ist jedes Wochenende ein Radrennen möglich. Wintertraining auf der Straße, aktiv Bahn, MTB oder Querfeldeinrennen sind gut, muss aber mindestens eine Pause von 6-8 Wochen zur Erholung des Körpers gegeben sein.

Da die Leistungsstände in dem Alter teilweise sehr unterschiedlich sind, ist eine individuelle Trainingsplanung erforderlich, so dass jüngere, oder schwächere Fahrer, mittwochs am Training teilnehmen und die langen Ausfahrten mit den starken Fahrern an anderen Tagen, bzw. als zusätzliche Schleife, erfolgt. Besonders am Saisonanfang hat sich das Training auf Rundkursen bewährt, so dass jeder seinem Niveau entsprechend optimal fahren kann, keiner verloren geht, keiner überfordert, keiner unterfordert wird.

Grundsätzliches

Es wird gemeinsam am vereinbarten Treffpunkt gestartet und man kommt gemeinsam an!

Training bedeutet ca. 70% seines maximal Leistungsvermögen zu nutzen, sich auch nach dem Training noch gut zu fühlen. Neben einwandfreiem Material, Ersatzreifen, bei Dunkelheit Beleuchtung sind hier besonders genügend Verpflegung wie mineralische Getränke und nahrhafte Riegel und richtige Bekleidung nötig. Auch wenn nicht gesetzlich vorgeschrieben, besteht bei unserem Jugendtraining Helmpflicht!

Ein Wintertraining mit Gymnastik, Spiel und Spaß sowie Trainingseinheit auf fester Rolle wird in den Monaten Oktober bis März für alle Altersklassen, Radrennfahrer, Jedermann und RTF angeboten.

Zum Training auf der Straße sind Rennräder zu nutzen. Im Rennen gibt es bestimmte Auflagen an die Rennräder, z.B. Rennbügel und Übersetzungsbeschränkung. Für Schnuppertraining ist ein einfaches Rad ausreichend.

Der Verein verfügt über eine begrenzte Anzahl an Rennrädern, die wir den Jugendlichen zur Verfügung stellen können.

Bei Trainingsausfahrten im Wald sind übliche Mountainbikes ausreichend. Hier stört keine Beleuchtung oder Schutzbleche, es ist kein sogenanntes „Fully" erforderlich. Für Rennveranstaltungen wie z.B. Cross Country oder auch Downhill, gibt es Empfehlungen und Beschränkungen, ist der MTB-Bereich bei uns aber nur als Ausgleich verstanden, haben wir hier keine verstärkten Ambitionen. Bei Interesse können wir auch im Bereich Querfeldein Informationen bieten.

Radrennen

Die Radrennen im Straßenradrennsport sind vom BDR reglementiert und die veranstaltenden Vereine über den BDR organisiert. Die Ausschreibung erfolgt über die Fachzeitschrift „Radsport" oder über www.rad-net.de. Wir informieren Sie auch gerne über Veranstaltungen, bzw. sind auf unserer Homepage eingetragen. Die Veranstaltungen bestreitet jeder als Einzelfahrer auf eigene Rechnung und Gefahr. Auch wenn Rennen wie die Tour de France oft ein anderes Bild vermitteln: Radrennsport ist kein reiner Mannschaftssport - am Ende ist die Leistung des Einzelnen entscheidend!

Jeder ist privat für die An- und Abreise zuständig, empfehlen wir Fahrgemeinschaften zu etablieren. Bei den im Vorfeld besprochenen Veranstaltungen ist ein Betreuer vor Ort der bezüglich Vorbereitung, Renntaktik und das organisatorische Drumherum, wie Startnummer und Übersetzungskontrolle zur Seite steht. Die Meldung zu den einzelnen Rennen erfolgt mit Meldekarte oder online durch den Fachwart. Startgelder fallen in den Nachwuchsklassen bis U19 nicht an - es bleibt bei Kosten für Sprit und Verbrauchsmaterial, sowie die gemeinsam verbrachte Zeit.

Bezüglich Bekleidung sollte es zumindest eine Radrennhose mit Einsatz und Radrennschuhe sein. Normale T-Shirts sind bezüglich Atmungsaktivität für längere Ausfahrten nicht geeignet und einfache Trikots zu bevorzugen. Turnschuhe reichen zum Schnuppertraining, sind aber für längere Fahrten und Renneinsätze nicht geeignet.

Hight-Tech-Fasern und Windschnittige Rennanzüge sind super, aber nicht erforderlich, zählt doch viel mehr das Talent des Fahrers. Eine begrenzte Anzahl an Vereinsbekleidung kann gestellt werden, d.h. zumindest eine kurze Rennhose und ein Kurzarmtrikot. Wegen der Kurzlebigkeit in der Wachstumsphase behalten wir uns vor, eventuell auch gebrauchte Bekleidung weiter zu geben.

In Radrennen mit Lizenz sind die Vereinsfarben zu tragen, ist Werbung nur für die vom Verein eingetragenen Sponsoren zugelassen, d.h. auch keine Fan-Trikots von Gerolsteiner, Milram o.Ä zulässig.

Für weitere Fragen, wie Unterschiede der einzelnen Disziplinen, Fragen zum Material, Kosten und Zeitaufwand, oder allgemein zum Radsport, stehen wir gerne zur Verfügung und werden in den Trainingszeiten mit den jugendlichen Besprochen.